Wohin geht die (Flug)Reise?

Wir wollen uns nicht nur auf bekannten Gebieten bewegen, sondern unsere Fühler ausstrecken und bei zukünftigen Herausforderungen am Ball bleiben.

"Höher, schneller, weiter" ist das Motto unserer Zeit. "Höher" kann man dabei auch wörtlich nehmen: der Verkehrsraum am Boden in Europa geht zur Neige, in der Luft ist noch genügend Platz.

Urban Air Mobility

Die Europäische Kommission hat aus diesem Grund ein Projekt mit dem Namen Urban Air Mobility (UAM) ins Leben gerufen, und im Rahmen einer Ausschreibung Interessenten dafür gesucht. Damit soll der Luftraum für den öffentlichen Nahverkehr erschlossen werden.

Pilotregion Bayern

Der Freistaat Bayern hat sich dafür als Pilotregion beworben und erfüllt die Voraussetzungen, um den Zuschlag aus Brüssel dafür zu bekommen. Zumal alle relevanten Organisationen wie z.B. die Europäische Agentur für Flugsicherheit, die Europäische Organisation für Flugsicherheit und alle namhaften Bundes- und Landesministerien ihre Unterstützung zugesichert haben.

 

Unter dem Stichwort "Flugtaxi" plant die Bayerische Staatsregierung demnach, den Luftraum mit autonomen, GPS-gesteuerten Fluggeräten für Verkehrszwecke zu nutzen. Das klingt etwas nach Science Fiction, dahinter stehen aber bereits reale, spruchreife Planungen und Pilotversuche. Hauptstandort soll die Stadt Ingolstadt werden, weil hier bereits die Entwicklungsarbeiten für entsprechende Fluggeräte weit gediehen sind. Federführend sind die Audi AG und Airbus, die in Zusammenarbeit mit der Firma Italodesign einen Prototypen entwickelt haben, der bereits Ende 2018 erste Testflüge absolvieren könnte. Auf dem Flugplatz Manching wird dazu im August 2018 ein entsprechendes Testfeld mit dem Namen "Manching-Ingolstadt plus" eingerichtet.

Anwendungsbereiche

Wozu könnte diese Art der Fortbewegung dienen? Dass man mit Drohnen bereits erfolgreich den Transport von Gütern, wie z.B. Paketen an abgelegene Orte, wie Inseln oder Berggipfel testet, ist bekannt. Auch, dass es bereits Versuche gibt, bei denen unbemannte Drohnen Hochspannungs-masten GPS-gesteuert kontrollieren. Dies ersetzt den Einsatz von Hubschraubern. Mit der geplanten Technik können weitere Belange abgedeckt werden, da auch Personen befördert werden können. Z.B. der Transport von Notfallpatienten und Organen in staugefährdeten Ballungsgebieten. Letztendlich auch der Transport von Taxi-Passagieren. Die nachstehende Grafik aus Ingolstadt zeigt mögliche Anwendungen: 

Technik

Es gibt bereits einige Firmen in Deutschland, die sich mit der Produktion solcher Fluggeräte auseinander setzen. Z. B. E-Volvo aus Karlsruhe mit ihrem zweisitzigen Velocopter. Die Lilium Aviation aus Gilching in Bayern, die schon Testflüge auf dem Gelände in Oberpfaffenhofen erfolgreich absolviert hat. Aber auch die bereits genannte Kooperation der Audi AG, die mit Airbus und Italdesign ein Projekt mit dem Namen Pop-Up Next ins Leben gerufen hat. Der Ansatz hierbei ist, dass sich eine zweisitzige Passagierkabine einerseits mit einem Auto- oder aber mit einem Flugmodul koppeln lässt (siehe Bilder unten). Konventionelle Bedienelemente werden durch neue Technologien wie Spracherkennung, Touch-Funktionen und eye-tracking ersetzt, solange sich die Fluggeräte nicht völlig autonom steuern.

Pop-Up Next: Roboauto und Drohne von Audi, Italdesign und Airbus. (Bild: Italdesign)
Pop-Up Next: Roboauto und Drohne von Audi, Italdesign und Airbus. (Bild: Italdesign)
Pop-Up Next: Roboauto und Drohne von Audi, Italdesign und Airbus. (Bild: Italdesign)
Pop-Up Next: Roboauto und Drohne von Audi, Italdesign und Airbus. (Bild: Italdesign)

Ein Video, wie ein Betrieb in der Realität zukünftig aussehen könnte, finden Sie hier.

Organisatorische Hürden

Momentan gibt es in ganz Deutschland noch keine Planungen, wie sich der Betrieb von gesteuerten und vor allem autonomen Fluggeräten rechtlich abbilden lässt. Es wird sicher auch dauern, bis der Amtsschimmel hier ins Traben kommt, der Pilotbetrieb in Ingolstadt wird hier aber erste Erkenntnisse liefern. Andere Staaten sind da bereits wesentlich weiter. Konkrete Überlegungen und Prototypen dazu gibt es z.B. in New York oder Dubai, auf deren Erfahrungen sicher auch zurückgegriffen wird.

Unsere Rolle

Das brachliegende Gelände des Verkehrsflughafens Augsburg ist prädestiniert, eine gewichtige Rolle bei de Planungen des Freistaats zu spielen. Infrastruktur, freies Kapazitäten und Kostendruck sind vorhanden. Zumal Airbus bereits auf dem Gelände angesiedelt ist, und durch die Personalreduzierung bei Babcock zusätzliches Potenzial frei wird.

 

Wir können und wollen zukünftige Entwicklungen nicht verhindern. Aber wir werden bei der Gestaltung und Implementierung dieses Piloten wachsam sein und darauf achten, dass die Interessen und Rechte der Bevölkerung ein möglichst großes Gegengewicht zu den rein wirtschaftlichen Interessen der Lobbyisten und Konzerne bilden. Helfen Sie uns dabei, mit Ihrer Mitgliedschaft im Verein erhöhen Sie dieses Gewicht.