Was unterscheidet Fluglärm vom "normalen" Lärm?

Schallwellen, die durch Flugzeuge und Hubschrauber erzeugt werden, sind generell keine reinen Töne oder Klänge, sondern immer Geräusche. Auf Grund der technischen Gegebenheiten kommen diese Geräusche sonst in der Natur nicht vor. Das sind z.B. deutlich hervortretende Einzelfrequenzen von Triebwerken oder von den Enden der Rotorblätter bei Hubschraubern. Durch die nötigen hohen Antriebsgeschwindigkeiten oder Drehzahlen besitzen diese Frequenzen generell eine hohe Intensität (Amplitude, Lautstärke). D.h. Fluggeräusche werden generell als Lärm empfunden.

Um den spezifischen Merkmalen von Fluglärm gerecht zu werden, hat die UN-Luftfahrtorganisation ICAO eine zusätzliche Messgröße eingeführt. Diese kommt unter anderem weltweit bei der Zulassung von neuen Flugzeugtypen zum Einsatz. Der sogenannte effektiv wahrgenommene Lärmpegel (Effective Perceived Noise Level) wird in EPNdB angegeben. Bei dieser Messgröße werden die charakteristischen Eigenschaften von Flugzeuggeräuschen deutlich stärker berücksichtigt. Diese Geräuschanteile werden zusätzlich bewertet und führen zu einem Aufschlag beim Lärmpegel. Diese von vielen Menschen als unangenehm empfundenen Geräuschanteile schlagen also negativ zu Buche. Aufgrund dieser besonderen Bewertung von hervortretenden Tönen bei Flugzeugen ist eine Umrechnung zwischen dB(A) und EPNdB nicht exakt möglich. Als Faustformel ist aber eine Erhöhung um 13 dB auf den db(A) - Wert zu nennen um den ENPdB - Wert bei Geräuschen von Fluggeräten zu erhalten.

Das heißt, Geräusche die von Fluggeräten erzeugt werden, werden vom Menschen bei physikalisch gleicher Intensität mehr als doppelt so laut empfunden, wie andere Geräusche.

Umso verwunderlicher ist es, dass die EPNdB-Werte nur zur Zulassung von Fluggeräten verwendet werden und nicht für Messungen des realen Fluglärms! Nachdem wir keinen nachvollziehbaren Grund dafür gefunden haben, vermuten wir hier den übermächtigen Einfluss der Luftfahrtlobby auf den Gesetzgeber.